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"Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt." Sprichwort aus Afrika |
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THEMEN Gartenliteratur
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Karl der Großen |
HISTORISCHE GARTENLITERATUR Im frühen Mittelalter entstand in Europa durch das Abschreiben von Handschriften in den Klöstern die sogenannten Klostermedizin, die durch Aufzeichnungen über Kräuter und über die Heilwirkung von Pflanzen charakterisiert wurde.
Große Bedeutung für die erweiterte Zucht von Heilkräutern und die Ausbreitung der Kenntnisse der Volksheilkunde hatte eine Anordnung Kaiser Karl des Großen (768-814), in der den Städten und Klöstern amtlich auferlegt wurde, Gemüse, Heilpflanzen, Blumen und Bäume zu pflanzen ('Capitulare de Villis', 812).
Im 12. Jahrhundert wurde in Deutschland Hildegard von Bingen (1098-1179) berühmt. Sie war Äbtissin und Naturwissenschaftlerin und schrieb zwei Abhandlungen: 'Physica' und 'Causae et curae'. Die Schriften der hl. Hildegard haben große Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Heilkräuternamen, die hier neben den lateinischen Bezeichnungen wahrscheinlich das erste Mal in größere Zahl genannt werden.
Von Ende des 12. Jahrhunderts an verlief die Entwicklung der Kräuterkunde nicht besonders erfreulich. Es wurden nur langsam neue Erfahrungen gemacht und die alten gerieten in Vergessenheit. Das denken der Gelehrten dieser Zeit wurde von der Scholastiker beherrscht, von fruchtlosen gelehrten Disputationen und Philosophierereien die absichtlich dem Fortschritt in den Naturwissenschaften und der direkten Beobachtung auswichen. Der Handel mit Drogen und Medikamenten verlief damals über Alexandria, Levant, Florenz und Venedig. In der Botanik und Medizin machte sich in dieser Zeit der Scholastiker Albertus Magnus (1183-1280), der Bischof von Regensburg, verdient; er schrieb sechs Bücher über das Heilen mit Pflanzen. In der erste Hälfte des 14. Jahrhunderts revidierten und verglichen Simon von Genua und Mattaeus Sylvaticus die arabischen und griechischen Pflanzennamen mit den lateinischen Bezeichnungen und erleichterten so die Arbeit spätere Botaniker. Zwei umstürzende Ereignisse führten zur Verbreitung der Kenntnisse über Heilpflanzen. 1450 entdeckte Gutenberg die Buchdruckerkunst; 1492 entdeckte Kolumbus Amerika. Als unmittelbare Folge dieser beiden Ereignisse entstanden viele gedruckte Herbarien und wurden überseeische Heildrogen nach Europa importiert. Die breiten Volksschichten benötigten schon lange ein Buch über die Heilkunst und die Anwendung von Heilkräutern. Schon 1484 erscheint in Mainz das Herbarium eines unbekannten Autors 'Herbarius Mogutinae impressus'. Es beschreibt die damals in Apotheken erhältlichen Drogen anhand von Bildern, die nach den lebenden Pflanzen gemalt waren. Das Mainzer Herbarium wurde noch mehrmals in Deutschland, Niederlande, Passau, Venedig und Vicenza herausgegeben. Die große Beliebtheit dieses Buches führte zum Druck eines viel größeren Werks "Hotus sanitatus" (Garten der Gesundheit). Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts vollzog sich in der Literatur ein Wandel von der eigentlichen Kräutnerei, die nur die Heilwirkung schildert, zu den botanischen Beschreibungen, also zu den Grundlagen eines wissenschaftlichen botanischen Systems. Ein Pionier der Herbalisten (Autoren von Herbarien), sie wurden Väter der Botanik genannt - Patres botanicae, Otto Brunfels, veröffentlichte 1530 in seinem Werk 'Herbarium Vivae Icones' wunderschöne Abbildungen von Pflanzen aus der Umgebung von Straßburg. Leonhard Fuchs, Professor für Medizin in Tübingen, gab 1542 sein 'Stirpium Historia' heraus, in dem die abgebildeten Pflanzen mit griechischen Namen bezeichnet und dementsprechend alphabetisch eingeordnet sind.
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Hildegard von Bingen |
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Albertus Magnus |
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