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"Man sieht etwas hundert Mal

tausend Mal

ehe man es zum allerersten Mal

wirklich sieht."

Christian Morgenstern

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KONZEPTION

 

  Im Zusammenhang mit der Restaurierung der Burg Sababurg Anfang der 60er Jahre und dem Ausbau als Hotel und Restaurant war auch der Burggarten neu angelegt worden. Den zeittypischen Vorbildern folgend hatte man die Anlage landschaftsgartenartig gestaltet. Dies ist jedoch eine für Burggärten untypische Auffassung. Alte Abbildungen von Burggärten des Mittelalters bis zur Renaissance zeigen immer eine regelmäßige Gliederung der Fläche.

Burggarten 2003

Burggarten 1957

  Da für die Burggärten innerhalb der Mauern meist nur kleine Flächen zur Verfügung standen, sie gleichzeitig Nutz- und Ziergarten, mitunter auch Lustgarten waren, musste mit der Fläche sparsam umgegangen werden. Ein einfache Ordnungsschema geometrisch angelegter Beete, häufig mit Betonung der Mitte, bildete die Grundform (Übersichtsplan Burggarten). Für die Umgestaltung des Burggartens hieß das, dass eine Beruhigung der jetzt am Landschaftsgarten orientierten Struktur und unter Wahrung des wertvollen Teils des Gehölzbestandes eine Entwicklung zu einer regelmäßigen Grundstruktur hin anzustreben war. Im Kernbereich bietet der Anlage ein Angebot von Pflanzen, wie sie in alten Kloster- und Burggärten kultiviert wurden.

 

  Da die Fläche, wie bei anderen Burggärten auch, relativ klein ist, bleibt die Auswahl von Pflanzen, die in bis ins 9. Jh. zurückreichenden Quellen genannt werden, auf traditionelle Stauden, Heil- und Gewürzkräuter begrenzt.

 

  Zur besonderen Charakterisierung als Gartenanlage sind alte Rosen in Gruppen zwischen die älteren Gehölze und an die alten Burgmauern Kletterrosen gepflanzt worden. Mit dem fachlichen Wissen von Hedi und Dr. Wernt Grimm vom Verein Deutscher Rosenfreunde - VDR und dem Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe wurden alte Rosensorten ausgewählt, die sich mit Blütenform, Blütenfarbe und Duft in den Vorstellungsrahmen vom Rosenumrankten Dornröschenschloss einfügen.

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  Auf den Abbildungen mittelalterlicher Burggärten ist fast immer auch Wasser - in unterschiedlicher Form - als Symbol des Lebensquells dargestellt. Je nach natürlichem Vorkommen wurde es, kunstvoll als Brunnen oder einfacher als Wasserbecken oder auch als gefasste Quelle gestaltet, in die Gärten einbezogen. Nicht nur wegen der optischen und akustischen Bereicherung , sondern auch aus Gründen der Garten- und gelegentlich der Körperpflege war Wasser ein begehrtes Element im Garten.

Foto E. A. Thies

Brunnen

Nach diesen Vorbildern wurde bei der Neugestaltung des Burggartens ein Brunnen angelegt. Entstanden ist ein flaches, rechteckiges Brunnenbecken, dessen Rückwand in eine von Efeu überwachsene Mauer übergeht. Aus dem mittleren, etwas zurückspringenden Mauerteil wird das Wasserbecken durch einen schlichten, etwa 1/2 Zoll starken Wasserstrahl gespeist.

 

  Mit einer Hainbuchenlaube, streng in traditioneller Machart hergestellt, wurde ein gartenarchitektonischer Akzent gesetzt. Um die Zweige (Heute sind dies vorgezogene Hainbuchen-Heckenpflanzen) in die Form einer Laube zu bringen, musste wie früher ein Stützgerüst errichtet werden. Inzwischen dicht verwachsen findet sie bei den Besuchern, besonders an heißen Tagen, großen Anklang.

 

  Wieweit bereits jetzt die einzelne Elemente zum geschlossenen Bild eines alten Gartens verwachsen sind und den Besuchern den Eindruck herkömmlicher Kulturpflanzen und deren langer Verwendungstradition vermittelt wird, erschließt sich am besten bei einem Besuch zur Zeit der Rosenblüte (Juni/Juli).

Foto G. Vroegh

Hainbuchenlaube

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