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Kräuter-ARBEITSKALENDER

 

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Januar:

  Die im Oktober und November vorgenommenen Schutzmaßnahmen bei den empfindlichen ausdauernden Gewürzkräutern sind laufend zu überprüfen. Das trifft auch auf im ersten Kulturjahr stehenden Kümmel und Fenchel zu. Wenn beim Einsetzen starken Frostes die Schneedecke fehlt, muss man den Schutz verstärken. Grober Torf, der recht trocken ist, eignet sich dazu am besten. Trockenes Laub ist ein Notbehelf. Für Waldmeister kommt nur ein Gemisch von Laub und Moos in Frage. Petersilie, die überbaut ist, wird frostfrei eingepackt (Laub, Torf), damit die Blätter erntefähig bleiben. Bei Gartenampfer genügt ein dicht mit Fichtenreisig behängtes leichtes Gerüst. In der jetzt arbeitsarmen Zeit baut man sich Horden zum Trocknen der Gewürzkräuter.

 

Februar:

Foto G. Vroegh  Für alle Neuaussaaten muss der Samen bestellt werden, denn manche Gewürzkräuter sind schon im März auszusäen. Noch vorhandener Samen ist einer Keimprüfung zu unterziehen, damit man über seine Keimfähigkeit Bescheid weiß. Beim Erstellen eines Anbauplanes ist zu beachten, dass auch Gewürzkräuter unter Bodenmüdigkeit leiden. Einjährige Kräuter fügt man am einfachsten in den Gemüseplan ein, der jetzt ebenfalls erstellt wird. Frühbeete sind mit Fenstern und Strohdecken zu bedecken, damit man sie im März zum Besäen fertig machen kann. Jetzt ist auch die beste Zeit, sich ein kleines Frühbeet zu bauen. Gartenkresse und Kerbel werden in Töpfe ausgesät und am Küchenfenster aufgestellt.

 

März:

  Kapuzinerkresse kann Ende des Monats in Töpfe ausgesät und am Küchenfenster aufgestellt werden. Zur gleichen Zeit ist das Aussäen von Petersilie im Freien möglich. Schnittlauch wird Mitte des Monats im Frühbeet ausgesät. Das trifft auch auf Bohnenkraut, Lavendel, Melisse und Ysop zu. In warmen Böden ist Ende des Monats auch die Aussaat von Anis, Gartenampfer, Gartenkresse, Gewürzampfer, Kerbel, Koriander und Senf im Freien möglich. Unter denselben Bedingungen kann Angelika, Fenchel und Meerrettich gepflanzt werden.

 

April:

  Alle im März genannten Gewürzkräuter können nun in jedem Boden gesät bzw. gepflanzt werden. Außerdem sind zu teilen und zu pflanzen: Beifuss, Eberraute, Estragon, Knoblauch, Liebstöckel, Pfefferminze, Thymian, Tripmadam, Waldmeister, Weinraute, Wermut und Ysop. Im Freiland ausgesät werden: Boretsch, Dill, Kleiner Wiesenknopf und Kümmel. Zweijährige Undausdauernde Gewürzkräuter erhalten im Laufe des Monats die ersten zusätzlichen Nährstoffe. An den austreibenden Meerrettichfechsern  lässt man nur die starken Triebe stehen. Alle anderen werden an ihrer Basis entfernt. In den letzten April tagen wird oft der Waldmeister schon Erntereif. Blühend ist er wertlos.

Mai:

  In den ersten Maitagen können noch alle Aussaaten und Pflanzungen der Vormonate nachgeholt werden. Das trifft vor allem auf höhere Lagen zu. Nach Mitte des Monats pflanzt man alle frostempfindlichen Gewürzkräuter, wie Basilikum, Bohnenkraut, Eiskraut, Kapuzinerkresse, Lavendel, Majoran, Melisse, Paprika und Rosmarin. Gepflanzt wird auch Alant und Schnittlauch. Folgeaussaaten von Boretsch, Dill, Gartenkresse, Kerbel und Senf sind vorzunehmen. Außerdem werden ausgesät: Fenchel auf ein Saatbeet und Löffelkraut sowie Portulak an Ort und Stelle. Bodenbearbeitung ist laufend durchzuführen. Einjährige an Ort und Stelle ausgesäte Kräuter (siehe März und April) erhalten die erste Nährstoffgabe.

 

Juni:

  Aussaaten sind noch möglich von Dill, Gartenkresse, Kerbel und Portulak. Im Laufe des Monats kann man je nach Entwicklung ernten: Basilikum, blühendes Kraut; Beifuss vor dem Aufspringen der Blütenknospen; Bohnenkraut, blühendes Kraut; Boretsch, Blätter und junge Triebe; Estragon, Kraut nach Bedarf; Gartenkresse, junges Kraut; Kerbel, junges Kraut; Kleiner Wiesenknopf, Blätter nach Bedarf ; Löffelkraut, Kraut vor der Blüte; Majoran, Kraut mit Blütenknospen; Portulak, Blätter vor der Blüte; Rosmarin, Blätter vor der Blüte; Salbei, Blätter nach Bedarf; Sauer- und Gewürzampfer, Blätter; Schnittlauch, Kraut nach Bedarf; Thymian, Kraut während der Blüte; Tripmadam, Kraut vor der Blüte und Weinraute, Kraut vor der Blüte und Blätter nach Bedarf. Kulturarbeiten, wie Gießen, Düngen und Bodenbearbeitung sind bei allen jetzt im flotten Wachstum befindlichen Gewürzpflanzen regelmäßig durchzuführen (siehe auch April und Mai).

Juli:

  Außer den schon im Juni genannten Kräutern sind zuernten: Eberraute, Kraut, auch mit Blüten; Kapuzinerkresse, Blätter und Blüten nach Bedarf; Knoblauch, Zwiebeln oder Nebenzwiebeln (Zehen) nach Bedarf; Kümmel, Samen, sobald sich die Fruchtstände verfärben; Pfefferminze, Kraut vor der Blüte; Senf, Samen, sobald sich die Schoten gelb färben; Wermut, Blätter nach Bedarf und Kraut vor der Blüte und Ysop, Blätter nach Bedarf und Kraut vor der Blüte. Zum Erzielen frischen jungen Krautes kann man noch Kerbel und Portulak an Ort und Stelle aussäen. Beim neu angelegten Meerrettich werden Anfang des Monats die Fechser freigegraben und alle Seitenwurzeln entfernt.

 

August:

Foto G. Vroegh  Das Ernten der im Juni und Juli genannten Gewürzkräuter wird fortgesetzt. Dazu kommt die Samenernte des Korianders. Sie muss vor der Vollreife erfolgen, weil der Samen leicht ausfällt. Die Lavendelblüten pflückt man mit den Blütenkelchen ab und trocknet sie recht schnell. Nach der Blütenernte wird der Lavendel bis etwa zur Hälfte zurückgeschnitten, damit der neue Austrieb noch gut ausreift. Der Lavendel kommt dadurch besser durch den Winter. Mitte des Monats erhalten die ausdauernden Gewürzkräuter die letzten zusätzlichen Nährstoffe. Im Laufe des Monats reifen auch die Schoten des Paprikas. Ihre beste Würzkraft haben sie im vollausgereiftem Zustand.

September:

  Im Laufe des Monats werden Teile der Fenchelfruchtstände reif. Öfters Durchsehen ist notwendig, damit keine Samen verloren gehen. Rosmarin ist nur in den günstigsten Lagen winterfest. Darum gräbt man die Pflanzen Anfang des Monats sorgfältig aus der Erde und pflanzt sie in Töpfe. Das Ernten der Vormonate wird fortgesetzt. Eberraute kann geteilt und gepflanzt werden. Das ist auch bei Pfefferminze möglich.

 

Oktober:

  Vor Frostbeginn sind die Wurzeln von Alant, Angelika, Meerrettich und Wurzelpetersilie zu ernten. Petersilie kann man vorsichtig ausgraben, in Töpfe pflanzen und ans helle luftige Küchenfenster stellen. Die Ernte der Blätter vom Gartenampfer beginnt Ende des Monats. Bei empfindlichen Gewürzkräutern bringt man im Lauf des Monats den Winterschutz an. Die Beete, auf denen ein- jährige Gewürzkräuter standen, sind abzuräumen und in grober Scholle zu graben. Zwischen den mehrjährigen Kräutern lockert man den Boden vor dem Aufbringen der Bodenbedeckung.

 

November:

  Gartenampfer wird mit einem leichten Gerüst überbaut, das man dicht mit Fichtenreisig behängt. So geschützt, ist die Ernte der Blätter im ganzen Winter möglich. Mehrere Lagen Fichtenreisig auf die Petersilie gelegt, ermöglicht das Ernten bis mindestens Ende Dezember. Bei frostfreiem Wetter kann man die Grabearbeiten noch nachholen. Noch nicht ausgeführte Bodenbedeckung ist nun schleunigst zu erledigen. Bei Waldmeister verwendet man als Winterschutzdecke ein Gemisch aus Laub und Moos.

 

Dezember:

  Von Gartenkresse und Kerbel werden jetzt die ersten Aussaaten in Töpfe oder kleine Kisten gemacht und am hellen Küchenfenster aufgestellt. Die Horden und Gefäße, in denen getrocknete Gewürzkräuter untergebracht sind, muss man öfter überprüfen.

 

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