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"Die Blumen wären die Krone der Schöpfung,

wenn Gott nicht versäumt hätte, ihnen eine

Seele einzuhauchen."

Unbekannt

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VOM BURGGARTEN ZUM BÜRGERGARTEN

Quelle: Der Deutsche Garten.

Ein Jahrtausend Naturerleben von Paul Landau

und Camillo Schneider, 1928 Berlin

 

Sabbaburg 1646  Der Klostergarten, ein Bild abgeschlossenen Friedens, bot den Kranken, die an seinen duftenden, blühenden Beeten saßen, Trost und Ruhe zur Genesung, während die gesunden Brüder im Schatten des Obstgartens in frommen Nachdenken dahinwandeln konnten. Eine ganz andere Stimmung durchweht den ritterlichen Burggarten. Hier braust zum erstenmal in der deutschen Geschichte des Lebens heller Frohsinn über den bunt geblümten Unger, und der Welt laute Wogen branden mächtig über die hohe Mauer in den lieblichen Hag.

 

Burggarten im Mittelalter  Die sicher umwallten, hochgetürmten Burgbauten des Mittelalters waren in erster Linie als unzugängliche Befestigungen angelegt, aber die Menschen richteten sich in der Enge der Höfe und Gänge allmählich wohnlicher ein, und so wurde, wo es nur irgend ging, ein Platz ausgespart, auf dem man ein paar Kräuter und Blumen ziehen konnte. Ein Garten fehlte wohl keine Burg; wenn er nicht innerhalb der Mauern angelegt werden konnte, so bepflanzte man am Fuß des Burgberges ein Stück Land mit Obstbäume, zog nutzbare Pflanzen und Wurzeln für die Hausapotheke, auch Rosen und Lilien. Man ging dann dazu über, weite Strecken in das Burggebiet einzubeziehen, ganze Wälder und Seen, die zu großen Tiergärten  gestaltet, mit Mauern umgeben, mit besonderen Luft- und Jagdhäusern ausgestattet wurden. Aber das waren Ausnahmen. Der eigentliche Burggarten lag innerhalb der Umfriedung, manchmal auch in der Vorburg oder im Burgzwinger zu Füßen des mächtigen Bergfriedes, des hochragenden Hauptturms. Meist breitet sich das Gärtlein wie ein bunter leuchtender Teppich unter den Fenster der Frauenwohnung aus, denn es war das Reich der Schlossherrin, die es mit ihren Töchtern und Mägden pflegte, daraus für Küche und Krankenstube viel Nutzen zog. Das Würz- und Blumengärtchen war oft mit einen Baum- und Obstgarten vereinigt, der auch von den Ritter besonders geschätzt wurde.

 

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