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"Auch wenn ich wüsste,

dass morgen die Welt zugrunde geht,

würde ich heute noch

einen Apfelbaum pflanzen."

Martin Luther

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Streuobstwiese am Hang um das

Dornröschenschloss Sababurg

 

  Landschaftlich und typisch geprägt umsäumt die Streuobstwiese das Dornröschenschloss Sababurg wie ein 'Grüner Gürtel', sie diente ursprünglich und heute noch der Selbstversorgung. Ihre Auswirkung aufs Landschaftsbild und den Naturhaushalt sind von untergeordneter Bedeutung.

Streuobstwiese, Sababurg 1927

Streuobstwiese, Sababurg 1950

  Im letzten Jahrhundert pflanzten die Bauern vielerorts auf dem freien Feld ausgedehnte Bestände. Dies galt besonders für Grundstücke, die aufgrund ungünstiger Standorteigenschaften nur geringe Erträge an Feldfrüchten erbrachten oder die nur eine extensive Bodennützung (Hänge) zuließen.

 

  Obstbau war andererseits in vielen Gebieten Hessens ein bedeutender Wirtschaftszweig. Begünstigt wurde diese Entwicklung seit 18. Jahrhundert durch eine rasch wachsende Käuferschicht in den Städten und durch Verordnungen der Landesherren, die sich vom wachsenden Obstanbau eine zusätzliche Einnahmequelle versprachen. So bestimmte 1746 Landgraf Ludwig von Hessendarmstadt, dass jedes Dorf eine Baumschule anzulegen und einen Baumgärtner zu beschäftigen habe. Die von der Regierung diktierte Vermehrung der Obstbäume im Lande führte in Hessen zu einem gewaltigen Obstbaubestand, der weit mehr an Ertrag hervorbrachte, als im Lande verbraucht wurde.

 

  Zu Großvaters Zeiten, als "Im Märzen der Bauer sein Rösslein anspannte", da waren die Doppelnutzung - Obstbäume plus Unterkulturen - durchaus sinnvoll. Als der Bauer später auf den Traktor umstieg, um großräumig Weizen, Mais und Zuckerrüben anzubauen, da erwiesen sich die Obstbäume auf dem Acker als Hindernis. Dies führte zu Beginn der 20er und 30er Jahre und verstärkt nach 1950 zu einer säuberlichen Trennung: Ackerfläche hier - Obstplantage dort. Bei diesem Prozess verlor der Streuobstbau fast völlig seine Bedeutung.

  Heute gliedern Streuobstbestände zwar die Landschaften und begrünen den Ortsrand, aber sie sind mehr als eine Augenweide. Sie dienen als Erosionsschutz, als Bienenweide und Lebensraum für viele besonders geschützte oder gar vom Aussterben bedrohte Tierarten. Sie sind wichtige Knotenpunkte in der anzustrebenden Vernetzung von Biotopen.

  Streuobstwiesen bedürfen der Erneuerung und Verjüngung, damit sie langfristig gesichert sind. Inzwischen sind vielerorts Bemühungen erkennbar, die noch vorhandenen Obsthochstämmen in der freien Landschaft zu erhalten.

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 Foto G. Vroegh

Apfelblüte

Foto G. Vroegh

Jakobs Lebel

  Auch wir vom Dornröschenschloss Sababurg wollen auf diese Weise dafür sorgen, dass trotz des rapiden Rückgangs des Streuobstanbaues möglichst viele Obstbäume in der freien Landschaft und rund um den Burg gerettet werden. Unsere Aufgabe heißt jetzt, die Erhaltung von noch vorhandenen älteren Streuobstbestand und die Neupflanzung von Obsthochstämmen.

 

  Im Frühjahr 1996 wurden zwölf Apfelhochstämme gepflanzt, unter anderen Lokalsorten aus dem Kasseler Raum:

 

Kasseler Renette - Metzer Renette - Trendelburger Calvill - Körler Edelapfel - Gelber Edelapfel - Klarapfel - Berletsch - Graham - Goldparmäne - Rote Sternrenette - Jacob Lebel.

 

  Im Frühjahr 1999 ist die Streuobstwiese erweitert worden mit den folgenden Sorten:

 

Speierling Sorbus domustica, ein hessische Spezialität (Baum des Jahres 1993)

Vogelbeere / Eberesche Sorbus aucuparia L. (Baum des Jahres 1997)

 

 

Literaturhinweis: Der Text "Streuobstwiese am Hang um das Dornröschenschloss Sababurg" wurde zum teil aus dem Heft "Natur in Hessen" Streuobstbau 1987 entnommen. Herausgeber: der Hessische Minister für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz.

 

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