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"Rosen, ihr blendenden, Balsam versendenden!

Flatternde, schwebende, Heimlich belebende,

Zweiglein beflügelte, Knospen entsiegelte,

Eilet zu blühn."

Johann Wolfgang von Goethe

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Officinalis 'Apotheker-Rose'

vor 1310 in Kultur

 

Foto G. Vroegh Foto G. Vroegh

 

  Blume groß, rot mit auffallend gelben Staubgefäßen, sehr gut duftend, leicht gefüllt. Im Juni blühend. Bis 1,5 m hoch. Wurde im Mittelalter zu Herstellung von Rosenöl verwendet.

 

  Bemerkung: Einheimische Wildrose. Gedeiht nicht im Schatten großer Bäume, hitzeverträglich, ab September kleine borstige, ziegelrote, kugelige Hagebutten. Zur Bepflanzung im öffentlichen Grün geeignet.

 

  Anbieter: Rosen von Schultheis

 

Diese duftende Rose mit ihren locker gefüllten, leuchtend roten Blüten ist ein lebendes Relikt, das die Menschen durch alle großen Kulturen des Abendlandes begleitete. Zuerst beschrieben wurde sie von dem Römer Plinius im Jahre 79 nach Christus. Dank ihre ursprünglichen Zähigkeit konnte sie sich über die Jahrhunderte hinweg erhalten und gewann für die Menschen des Mittelalters wieder an großer Bedeutung.

Zunächst war sie in Klostergärten zu finden, wo kundige Mönche sie zwischen Minzen, Salven und anderen Heilpflanzen zogen. Im großen Umfang angebaut wurde sie nachweislich seit Beginn des 14. Jahrhunderts um das französische Städtchen Provins. Ihre duftenden Blütenblätter wurden frisch und getrocknet für Heilzwecke verwendet, außerdem die Wurzelrinde, die Hagebutten und ihre Samen. Doch auch die Damen des Mittelalters schätzten schon das wohlriechende Rosenwasser für ihre Schönheitspflege und verliehen ihrer Wäsche mit getrockneten Rosenblüten gerne einen guten Duft. Rosenessig, aus eingelegten Knospen hergestellt, wurde gegen viele Leiden angewendet. Es entstand ein blühender Wirtschaftszweig, der bis ins 19. Jahrhundert hinein wuchs. In Provins befand sich eine Apotheke neben der anderen und verschickte ihre Heil- und Duftmittel weithin.

Die leuchtende Farbe der Rose faszinierte auch viele Maler des Mittelalters und der Neuzeit. Auf berühmten Gemälden ist sie zu erkennen.

Seit man vor einiger Zeit die heilkräftige Wirkung von pflanzlichen Duftstoffen wiederentdeckte, lernt man, die alten Duftpflanzen mehr zu schätzen. Auch wenn es Rosen gibt, deren Wohlgeruch stärker ist, kann die robuste, alt-ehrwürdige Apothekerrose vielleicht wieder an Beachtung gewinnen und sich in manchen Gärten als lebendiges Überbleibsel vergangener Tage erhalten.

 

 

Rosa Gallica

 

  Die Gallische Rose ist in Mitteleuropa heimisch und eine Stammmutter der alten Gartenrose. Ihre Urform, die R. gallica pumila, hat vielen Gallica-Rosen einen vorzüglichen Duft mitgegeben.

  Die Büsche zeichnen sich durch völlige Gesundheit und Winterhärte aus. Sie sind kompakt im Wuchs, oft leicht überhängend und blühen einmal im Sommer. Die Triebe sind besetzt mit kleinen, ungleichen Stacheln. Das Blattwerk ist derb und ledrig, meist doppelt gesägt, die Blattstiele drüsig borstig, und auch die Hagebutten sind zunächst mit drüsigen Borsten besetzt. Schon seit der Mittelalter berühmt ist die R. gallica 'Versicolor' (Rosa mundi) mit ihren einzigartigen Farbspiel in den feinsten Nuancen auf großen, seidigen Blütenblättern. Anderen Rosen dieser Gattung besitzen besonders satte karmin- und purpurfarbene Tönung.

 

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