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Schon
bald wurden immer neue Tulpensorten gezüchtet, wobei den Züchtern ein
Mosaikvirus half, der gemusterte Blütenblätter erzeugte. Als die Nachfrage
nach Tulpenzwiebeln das Angebot überstieg, stiegen die Preise kräftig an.
Tulpenzwiebeln wurden schon bald auf Auktionen versteigert. Zunächst
wurden die Zwiebeln nur während der Pflanzzeit gehandelt. Da jedoch
ganzjährig eine Nachfrage nach Zwiebeln blieb, wurden später auch Zwiebeln
verkauft, die noch in der Erde waren. Damit wurde der Tulpenhandel zum
Spekulationsgeschäft, da niemand wusste, wie die Tulpe wirklich aussehen
würde.
In
den 1630er Jahren überschlug sich die Entwicklung. Es konnten jetzt auch
Optionsscheine auf Tulpenzwiebelnanteile gekauft werden. Die Preise
explodierten und stiegen von 1634 bis 1637 auf das über 50-fache an. Ein
komplettes Haus wurde für drei Tulpenzwiebeln verkauft. Viele Zwiebeln
kosteten mehrere tausend Gulden, der höchste Preis für die wertvollste
Tulpensorte, Semper Augustus, lag Anfang 1637 bei 10.000 Gulden für eine
einzige Zwiebel, zu einer Zeit, als ein Zimmermann rund 250 Gulden im Jahr
verdiente.
Am
5. Februar 1637 kam das Ende der Tulpenmanie. Bei einer Versteigerung gab
es nicht mehr genug Käufer. Die Preise fielen um über 95 Prozent. Viele
Bürger verloren ihr ganzes Vermögen, das sie in Tulpenzwiebeln investiert
hatten. Am 27. April wurde von der holländischen Regierung endlich
verfügt, dass Tulpen gewöhnliche Waren seien und als solche zu behandeln
waren, also z.B. bar bezahlt werden mussten. |

S. Fokke
Windhandel, 1637 |