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Die große Tulpenmanie

 

Tulpe Duc van Tol

'Red & Yellow' 1595

  Bei der Großen Tulpenmanie in Holland im 17. Jahrhundert wurden Tulpenzwiebeln zum Spekulationsobjekt.

  Tulpen stammen aus dem türkischen Raum und gelangten um 1560 erstmals von Konstantinopel (heute Istanbul) nach Wien. Der Botaniker Carolus Clusius pflanzte sie 1593 erstmals in Holland an, als er Leiter des Botanischen Gartens in Leiden wurde. Die fremdartige Blume faszinierte viele Bürger und wurde bald zum Statussymbol.

 

  Schon bald wurden immer neue Tulpensorten gezüchtet, wobei den Züchtern ein Mosaikvirus half, der gemusterte Blütenblätter erzeugte. Als die Nachfrage nach Tulpenzwiebeln das Angebot überstieg, stiegen die Preise kräftig an. Tulpenzwiebeln wurden schon bald auf Auktionen versteigert. Zunächst wurden die Zwiebeln nur während der Pflanzzeit gehandelt. Da jedoch ganzjährig eine Nachfrage nach Zwiebeln blieb, wurden später auch Zwiebeln verkauft, die noch in der Erde waren. Damit wurde der Tulpenhandel zum Spekulationsgeschäft, da niemand wusste, wie die Tulpe wirklich aussehen würde.

  In den 1630er Jahren überschlug sich die Entwicklung. Es konnten jetzt auch Optionsscheine auf Tulpenzwiebelnanteile gekauft werden. Die Preise explodierten und stiegen von 1634 bis 1637 auf das über 50-fache an. Ein komplettes Haus wurde für drei Tulpenzwiebeln verkauft. Viele Zwiebeln kosteten mehrere tausend Gulden, der höchste Preis für die wertvollste Tulpensorte, Semper Augustus, lag Anfang 1637 bei 10.000 Gulden für eine einzige Zwiebel, zu einer Zeit, als ein Zimmermann rund 250 Gulden im Jahr verdiente.

  Am 5. Februar 1637 kam das Ende der Tulpenmanie. Bei einer Versteigerung gab es nicht mehr genug Käufer. Die Preise fielen um über 95 Prozent. Viele Bürger verloren ihr ganzes Vermögen, das sie in Tulpenzwiebeln investiert hatten. Am 27. April wurde von der holländischen Regierung endlich verfügt, dass Tulpen gewöhnliche Waren seien und als solche zu behandeln waren, also z.B. bar bezahlt werden mussten.

S. Fokke

Windhandel, 1637

 

Literaturempfehlung:

Tulpomanie

Die Tulpe in der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts.

Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum Dresden

herausgegeben von André van der Goes,

Verlag Uitgeverij Waanders, Zwolle (NL),

2004, 280 Seiten, 264 Abbildungen, davon 214 in Farbe, Broschur

ISBN 90-400-8840-3

ca. 29,50 Euro

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